Wiki.W311.info:Lesenswerte Beiträge

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Version vom 12. September 2012, 22:13 Uhr von Martin Rapp (Diskussion | Beiträge)

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Hier kann und darf man sich gerne fest-lesen...

Hier sind einige als "lesenswert" eingestufte Beiträge mit einer kleinen Vorschau gelistet. Diese Beitrags-Vorschauen waren oder sind zeitweise auf der Startseite des Wiki als "Schaufenster"-Beitrag gezeigt worden.

Streuscheibenproduktion in Hosena

Historie / Geschichte
Das alte Werk

Streuscheibenproduktion in Hosena
Die Geschichte des Glaswerkes Hosena

Ein Berliner Brüderpaar gründete 1897 in der Lausitz ein Glaswerk. Der Erfolg kam erst mit zweitem Versuch.

In der Nacht vom 17. zum 18. Dezember 1907 wurde im Glaswerk Hosena der Gebrüder von Streit das erste Glas geschmolzen. Zum 100. Jahrestag hat der ehemalige Werkleiter Karlheinz Feistner eine Chronik verfasst.

Nach 100 Jahren möchte ich an die guten und schlechten Zeiten des Glaswerkes erinnern, die 1993 mit der zweiten Demontage endeten. Dazu konnte ich auf handschriftliche Aufzeichnungen aus dem Tagebuch des Hugo von Streit, die mir sein Enkel Franz von Streit aus Tuttlingen freundlicherweise zur Verfügung stellte, sowie auf Aufzeichnungen von Heinz Windelband, einem ehemaligen Glasmacher, und auf eigene Datensammlungen zurückgreifen.

Franz von Streit hatte sich im Rahmen seiner Familienforschung bis 1989 vergeblich bemüht, von der Gemeindeverwaltung Hosena etwas über das Glaswerk zu erfahren. Zufällig kam er dann an die neue Adresse des Glaswerkes, und seitdem stehe ich mit ihm in ständigem Kontakt. Ich habe von ihm vieles über die Familie und über die Gründung der Firma und den späteren Verkauf erfahren. Weiter lesen...


Genex Geschenkdienst GmbH (Genex)

Historie / Geschichte
Aus dem Genex-Katalog 1977

Genex
Der Genex Geschenkdienst GmbH (Genex) war eine Organisation der ehemaligen DDR. Unter dem Dach der Kommerziellen Koordinierung (KoKo), einer Abteilung des Ministeriums für Außenhandel der DDR, war Genex ein wichtiger Devisenbringer.

Die Organisation ermöglichte für DDR-Bürger, die Verwandtschaft im Westen hatten, eine Belieferung mit den verschiedensten Gütern, die es zumeist in der DDR nicht gab oder deren Lieferzeiten sehr lang waren. Bedingung war, dass die Ware von einer Person im Westen in Devisen bezahlt wurde.

Die Palette des Genex-Angebot umfasste Genuß- und Nahrungsmittel, Geschenkartikel, Haushaltswaren, Sanitär-Bedarf, Kleidung, Möbel und sogar Fertighäuser.

Natürlich waren auch Autos Teil des Genex-Programm.

Es wurden vorwiegend Fahrzeuge der osteuropäischen Produktion angeboten, schon um Probleme mit der Ersatzteil-Versorgung zu vermeiden. Zeitweise gab es über Genex jedoch auch Autos von Fiat, Renault, Citroen, VW (Golf + Transporter), Mazda und Volvo. Weiter lesen...


Der Motorblock

Motor
Motorblock von vorn unten, es sind beide Teilenummern "7466" gut zu erkennen

Motorblock
Der Motorblock ist ein Teil des Verbrennungsmotors. Beim Wartburg vereint er in sich neben den drei Zylindern auch die Kurbelwellenlagerung und wird als wassergekühlter Motor von einem Wassermantel umgeben. Beim Wartburg wird diese Kurbelwellenlagerung als Kurbelgehäuse benannt.

Der Block selbst besteht aus zwei Hälften, welche zwingend zusammen zu verbauen sind. Die beiden Hälften wurden bereits in der Fertigung genau aufeinander abgestimmt, so dass ein exakter Sitz dieser beiden Teile gewährleistet werden kann. Die Zusammengehörigkeit dieser beiden Teile kann durch eingeschlagene Zahlen an der Frontseite beider Motorblockteile kontrolliert werden. Diese Zahlen müssen exakt identisch sein. Die Verwendung von unterschiedlichen, nicht zusammen gehörigen Teilen (Zylindergehäuse und Kurbelgehäuse) kann zu erhöhten Verschleißerscheinungen am Motor oder gar zu kapitalen Motorschäden führen. Es sei daher dringend davon abgeraten hier aus zwei Motoren einen machen zu wollen. Die Unterschiede können zwar gering anmuten, aber dennoch zu erhöhtem Verschleiß oder anderen Beschädigungen führen. Weiter lesen...


Benzinpumpe

Motor
Benzinpumpe UP-4

Benzinpumpe
Die Benzinpumpe, im Falle des Wartburgs eine Unterdruck-Kraftstoff-Förderpumpe, arbeitet rein pneumatisch. Sie ist in keiner Weise mechanisch mit dem Triebwerksteil des Motors zwecks Antrieb gekoppelt, sondern nutzt den dauernden Wechsel zwischen Über- und Unterdruck im Kurbelgehäuse des Zylinders 3. Weiter lesen...


Unterbrecherzündung

Elektrik
Blick auf die Unterbrecherplatte im Unterbrechergehäuse des Wartburg 311

Unterbrecherzündung
Der Wartburgmotor verfügt über eine Dreihebelzündanlage. Diese Anlage wurde bis Mitte 1963 mit Hartgewebeunterbrechern (Novotex) verbaut, welche dann jedoch durch die qualitativ besseren Polyamid-Unterbrecherhebel ersetzt wurden. Die alten Hartgewebeunterbrecher besaßen keinerlei Notlaufeigenschaften, so dass bereits nach kurzzeitigem Aussetzen der Schmierung die Anlaufnasen weich wurden und sich abnutzten. Als Folge davon hoben die Unterbrecher nicht mehr ab und der Zündfunke blieb aus.

Ein größerer Schmierfilz führt zwar zu einer besseren Unterbrecherschmierung und erhöht somit die Lebensdauer und die Abstände der Nachstellintervalle der Unterbrecherhebel, führte aber zu keiner endgültigen Lösung. Weiter lesen...


BVF-Vergaser

Vergaser
BVF-Vergaser H 362-1 für EMW 309-1 (F9) Bj. 1954/55

BVF-Vergaser
Bei dem original im Wartburg 311 und teilweise im Wartburg 312/1 verwendeten Vergaser vom Typ "H362-x" handelt es sich um einen Flachstromvergaser (H=Horizontal) mit einer Ansaugweite von 36mm was aus den ersten beiden Ziffern der Bezeichnung hervorgeht. Der Vergaser ist mit einem zusätzlichen Startvergaser und einer Leerlaufeinrichtung ausgestattet. Der eingesetzte Luftrichter (Venturidüse) hat einen Durchmesser von 28mm. Die Düsenbestückung des Vergasers ist für die verschiedenen Ausführen unterschiedlich und hängt zum einen vom Hubraum (900/1000cm³) und zum anderen von der verwendeten Ansauganlage statt (einteilig ohne Schnorchel, einteilig mit Schnorchel, zweiteilig mit Helmholtzresonator vorm Vergaser). Neben der Verwendung im Wartburg wurde der Vergaser auch im Framo bzw. Barkas B1000 eingesetzt. Weiter lesen...


Fahrwerksgeometrie

Grundlagen-Wissen
Kurvenfahrt

Fahrwerksgeometrie
Theoretische Grundlagen der Achs- und Lenkgeometrie
Es geht hier nicht ausschließlich um die Maße, die am Wartburg eingestellt werden können, sondern um die Zusammenhänge, die nun einmal wichtig sind um fachgerecht eine Beanstandung bewerten zu können und eine Abstellmaßnahme zu finden.
Warum muß (oder besser gesagt: sollte) man etwas über die Fahrwerksgeometrie wissen?
Weil Fehler sich erst dann bemerkbar machen, wenn es eigentlich schon zu spät ist.

  • Man stellt bei eingeschlagenen Vorderrädern eine einseitige Abnutzung des Reifens fest, die man eigentlich noch gar nicht bemerkt hatte.
  • Ein guter Freund darf mit Deinem Auto fahren und motzt nun auch noch rum, dass Dein Auto, dass Du wie aus dem FF kennst, nach rechts ziehen soll. Hast Du noch gar nicht bemerkt, aber jetzt wo er es sagt...
  • Dein Auto fährt so komisch um die Kurve, obwohl Du schon Deine ganzen Vorräte an Schwingungsdämpfern eingebaut hast

Irgendjemand beruhigt Dich: Das war schon immer so! Aber Dein Vater hat so von den Fahreigenschaften seines Wartburg geschwärmt... Weiter lesen...


Radantrieb Wartburg 311

Fahrwerk
Radaufhängung links ohne Bremse

Radantrieb Wartburg 311
Der Radantrieb beim Wartburg 311 erfolgt über die achslosen, einzeln aufgehängten Vorderräder. ...
Der Bremsenträger, auf dem sich die komplette Bremsanlage des jeweiligen Rades befindet, ist an das Schwenklager angeschraubt. Das Schwenklager seinerseits wird oben an der querliegenden Blattfeder und unten an dem Dreieckquerlenker gehalten. Somit ist die Blattfeder obenliegend eingebaut. Sie besteht aus 15 Federblättern (Lagen) und ist mit vier Sechskantschrauben am U-förmig ausgebildeten vorderen Federbock des Rahmens befestigt. Sie wird gleichzeitig durch eine Federschraube (Herzbolzen) im Federbock des Rahmens zentriert. Zur Minderung der Eigenreibung sind Polyamide-Einsätze in den Federblättern eingearbeitet, ab dem 12. November 1959 (ab Fahrgestell-Nr. 60 3194) konnte die Anzahl der Polyamideinsätze auf 16 Stück an der Vorderachsfeder verringert werden, da ab dem Zeitpunkt weichere Blattfedern Verwendung fanden. Weiter lesen...


Scheibenwischer

Karosserie
Erste Version der Wartburg-Scheibenwischer

Scheibenwischer
Eine umfangreiche Veränderung am Wartburg 311 haben auch die Scheibenwischer erfahren. Die Konstruktion wurde mit der Zeit verändert, Wischermotoren durch neuere Geräte ersetzt oder aber die Scheibenwischer selbst wurden konstruktiv verbessert.
Sehr interessant die Varianten der Wischer-Motoren. Hier Text-Auszüge:
Laut Ersatzteilliste von 1956 wurde in den ersten 311ern ein Wischermotor IKA 8741.4/1 von Fa. AUFA (Auto- und Fahrradelektrik) in Eisenach verbaut. (...)
1958 kam es zur Fusion zwischen den Werken "VEB Elektrische Fahrzeugausrüstung Ruhla" (EFR) und "VEB Auto- und Fahrradelektrik Eisenach" (AUFA) zum "VEB Fahrzeugelektrik Ruhla" (FER). Unter der Produktmarke "FER" wurden jetzt Lichtmaschinen, Anlasser, Wischermotoren- und anlagen, Blinkgeber, Rundumleuchten, Blink-, Brems- und Schlussleuchten, Scheinwerfer, Scheinwerfereinsätze, Entstörgeschirre, Fahrradlichtanlagen, Schalter und Instandhaltungsmaterial hergestellt. Weiter lesen...


Getriebe Änderungsdokumentation

Getriebe
W311 Getriebe-Gehäuse ohne Querrippen

Getriebe Änderungsdokumentation
Um die umfangreiche technische Weiterentwicklung des 311er im Laufe seiner Bauzeit zu dokumentieren, sollen hier die Veränderungen am Getriebe näher erläutert werden. Das Getriebe als komplexes Bauteil weist in dem Zusammenhang eine Vielzahl an sowohl äußerlichen als auch inneren Veränderungen auf. Daher kann hier sicherlich keine allumfassende Änderungsdokumentation über die vielen Jahre geschaffen werden. Dennoch ist der Anspruch gegeben möglichst viele Änderungen hier mit der Zeit festzuhalten.

Das bunte tauschen und regenerieren von Einzelkomponenten macht eine genaue zeitliche Einordnung von Veränderungen besonders schwierig. Ursache ist sicher die oft mehrmalige Regenerierung zu DDR-Zeiten... Wobei mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht auf Originalität geachtet wurde. Ebenso auffällig ist, daß kaum ein 311er noch "sein" originales Getriebe besitzt. Weiter lesen...


Horst Ihling

Literatur
Für Wartburg-Fahrer die Bibel:Wie helfe ich mir selbstkurz auch WHIMS genannt...
Für Wartburg-Fahrer die Bibel:
Wie helfe ich mir selbst
kurz auch WHIMS genannt...

Horst Ihling
Diplom-Ingenieur – Fachbuch-Autor
Horst Ihling, Jahrgang 1932, begann 1951 eine Lehre als Kfz-Schlosser im Werk Eisenach von BMW/EMW. Dieser Ausbildung folgte Abitur und Studium 1954 bis 1959. Als Diplom-Ingenieur wirkte Ihling in verschiedenen Funktionen beim EMW-Nachfolgebetrieb "Automobilwerke Eisenach" (AWE) und war bis zur Auflösung des Werkes 1991 Mitarbeiter des AWE.

Unter anderem bekleidete er diese Funktionen:

  • wissenschaftlicher Mitarbeiter des technischen Direktor,
  • Leiter der Rallyesport-Abteilung,
  • Beauftragter für internationale Zusammenarbeit und Pressechef.

Ihling wurde bekannt als Autor zahlreicher Fachbücher zum Thema "Wartburg". Besonders hervorzuheben ist die Buch-Reihe "Wie helfe ich mir selbst", "Ratgeber Wartburg" bzw. "Ich fahre einen Wartburg", die in diversen Auflagen für die verschiedenen Typen erschienen sind und bis 1989 Auflagen in Höhe von insgesamt 1,3 Millionen Exemplaren erreichten.

Nach der Wende gelang es Ihling, sein Wissen mit weiteren Buchveröffentlichungen weiterzugeben. Das inzwischen gewachsene Interesse an dem Erhalt von "Wartburg"-Fahrzeugen, an deren Geschichte und Entstehung hat sicher maßgeblich zu dem anhaltenden Interesse beigetragen. Weiter lesen...


Freilauf

Getriebe
Freilauf des W311-Getriebes (ältere Variante)

Freilauf
Der Freilauf ist im allgemeinen zwischen der vorderen und der hinteren Antriebswelle angeordnet. Der Klemmstein- oder Klemmrollenfreilauf wirkt grundsätzlich wie der Fahrradfreilauf. Im Freilauf des PKW "Wartburg 353" werden die Rollen in einem Korb (Käfig) gehalten, der gegenüber dem Innenring um einen gewissen Winkel verdrehbar ist. Stirnseitige Zapfen im Korb und Klauen am Innenring begrenzen die Verdrehbarkeit.

Konstruktive Freilaufarten:

  • Innenfreilauf (Rollen einzeln angefedert)
  • Außenfreilauf (Rollen einzeln angefedert)
  • Klemmrollenfreilauf (Wartburg 311)
  • Klemmsteinfreilauf (Klemmsteine oder Klemmkörper gemeinsam angefedert)

Der Vorteil des Klemmsteinfeilaufs sind der zylindrische Körper des Innen- und Außenrings, welcher über eine hohe Übertragungsfähigkeit bei kleiner Abmessung verfügt. Weiter lesen...


Die Historie des Automobilwerk Eisenach

Historie Geschichte
Zeitgenössische Werbung für den Wartburg-Motorwagen aus dem Jahr 1901

Die Historie des Automobilwerk Eisenach
Der Ingenieur und Industrielle Heinrich Ehrhardt gründete am 3. Dezember 1896 die Fahrzeugfabrik Eisenach (FFE). 1898 folgte bereits die Produktion des ersten Wartburg-Motorwagen. Das Auto erinnerte stark an eine Kutsche. Ehrhardt hatte für den Zweizylinder die Lizenz von der französischen Societé Decauville Ainé erworben.

Dixi-Logo-fertig.svg
1904 gab die Fahrzeugfabrik Eisenach den Markennamen Wartburg auf und es entstanden erste eigene Neukonstruktionen. Unter dem Marken-Namen Dixi wurden hochwertige Automobile und Lastkraftwagen gebaut. Das Dixi-Modellprogramm enthielt zunächst hauptsächlich große, repräsentative Automobile.

Aufgrund der Wirtschaftskrise entschied man sich 1927 für einen Wechsel der Modellpolitik. Mit dem Kleinwagen 3/15 DA 1 wurde auf eine Lizenz des seit 1922 in England erfolgreich gefertigten zweisitzigen Austin 7 zurückgegriffen. Mit diesem Fahrzeug konnten sich die Eisenacher rasch aus der Misere befreien.

BMW-Logo-fertig.svg
Im November 1928 erwarben die Bayerischen Motoren Werke AG (BMW) die Fahrzeugfabrik Eisenach. BMW stieg damit erstmals in die Automobilproduktion ein.

1933 wandte sich BMW von der wenig rentablen Kleinwagenproduktion ab und begann die Entwicklung und Produktion neuer Automobiltypen mit 6-Zylinder-Motoren zwischen 1,2 und 3,5 Litern Hubraum.
In der Folge wurden so bekannte Typen wie BMW 315, BMW 319, BMW 326, BMW 327, BMW 335 oder der elegante und erfolgreiche Sportwagen BMW 328 in Eisenach hergestellt.

Am 3. Juli 1945 rückte die Rote Armee in Eisenach ein. Die Leitung des Werkes ging an die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD). Das Werk wurde enteignet. Die Fahrzeugfabrik Eisenach wurde ab September 1946 als sowjetische Aktiengesellschaft AWTOWELO geführt.
Im November 1945 wurde die Produktion wieder aufgenommen. Die Fahrzeuge aus Eisenach wurden vorwiegend als Reparationsleistung an die Sowjetunion geliefert.

EMW-Logo-fertig.svg
1948 wurde der EMW 340 entwickelt.

1951 wurde den Eisenachern das Führen des Namens BMW gerichtlich untersagt. Es entstand das rot-weiße Logo der Eisenacher Motoren Werke (EMW).

IFA-Logo-fertig.svg
Ab 1953 wurde der IFA F9 in Eisenach hergestellt.

1955 wurde der erste Wartburg 311 auf der Leipziger Messe vorgestellt

Weiterer Artikel-Schwerpunkt: Nie verwirklichte Projekte und Prototypen...
Dummy-Grafik.gifWartburg-Logo.svgDummy-Grafik.gifWartburg-Schriftzug.pngDummy-Grafik.gifWartburg-Schriftzug Neu.pngDummy-Grafik.gif Weiter lesen...


Der IFA F9

Fahrzeug-Vorstellung
Ein IFA F9 in der Ausführung mit ungeteilter Frontscheibe, wie er ab 1953 gebaut wurde

Der IFA F9
Bereits seit den 20er Jahren beschäftigten sich Fahrzeughersteller mit strömungsgünstigen Karosserieformen. Stromlinien-Fahrzeuge waren gegen Ende der 30er Jahre Zeitgeschmack und Ausdruck eines modernen Lebensgefühl.
Die Blech-Karosserie des F9 war ein Entwurf des Industriedesigner Günther Mickwausch und wies einen cw-Wert von 0,42 auf, der damals Maßstäbe setzte. Zugleich war es gelungen, die Formteile so zu konzipieren, dass eine wirtschaftliche Produktion möglich war.

Der DKW F9 entsprach (genau wie der KdF-Wagen – später VW-Käfer) dem Zeitgeschmack. Der Wagen war von der Auto Union als DKW F9 konzipiert und sollte im Rahmen der propagierten Massen-Motorisierung gegen den KdF-Wagen in Wettbewerb treten. Während dieser vorwiegend über ein spezielles Spar-System über die KdF-Organisation vertrieben werden sollte, wäre der F9 (im Rahmen der NS-Planwirtschaft) freiverkäuflich gewesen.

Aufgrund der Kriegs-Ereignisse ist der F9 vor dem Krieg nie in Produktion gegangen. Statt dessen wurden Rüstungsgüter hergestellt.

Das ehemalige Audi-Werk in Zwickau war von Kriegszerstörungen weitgehend verschont geblieben, wurde jedoch 1946 enteignet und von der sowjetischen Besatzungsmacht zum großen Teil demontiert. Erst 1949 konnte eine Fertigung der Vorkriegs-Konstruktion DKW F8 als IFA F8 aufgenommen werden. Ab 1950 ging auch der IFA F9 in Serie. Wegen mangelnder Versorgung mit Karosserie-Blechen konnte die Produktion nicht vollständig umgestellt werden und es blieb parallel eine Fertigung von F8 bestehen. In Zwickau wurden bis zur Umstellung der Produktion von Serien-Pkw mit Kunststoff-Karosserie nur etwa 1.880 IFA F9 hergestellt. Die Bleche wurden im Nachbar-Werk bei Sachsenring-Horch gepresst.
Ab 1953 wurde die Produktion des F9 in das Automobilwerk Eisenach verlagert. Weiter lesen...


Der Wartburg 311

Fahrzeug-Vorstellung
Wartburg 311 de luxe

Der Wartburg 311
Mit dem aus Zwickau 'zwangsweise' übernommenen IFA-F9 war man in Eisenach nie "glücklich". Die einst so wegweisende DKW-Konstruktion war deutlich in die Jahre gekommen. Das mangelnde Raumangebot, die schlechte Rundumsicht und ein zu kleiner Kofferraum konnten auch durch Retuschen nicht beseitigt werden.

Unter dem damaligen Werkleiter Zimmermann entstand deshalb auf der Basis des Typ 309 (IFA F9) ein neuer Wagen. Die Nachteile des F9 sollten gründlich ausgemerzt werden. Zu einem richtigen Auto gehörte Platz für Passagiere, bequeme Einstiegstüren, ein Kofferraum, der diesen Namen verdiente, sowie eine bessere Sicht als beim veralteten Vorkriegs-DKW.

  • Der Wartburg 311 sollte eine gegenüber dem IFA-F9 deutlich vergrößerte und (nach verworfenen Experimenten mit Zweitürern) viertürige Karosserie erhalten.
  • Die Rundumsicht war durch großzügige Fenster deutlich verbessert.
  • Der Kofferraum bot das Fassungsvermögen einer Reise-Limousine.
  • Der Rahmen war um 10 cm verlängert.
  • Das Fahrwerk hatte Teleskop-Stoßdämpfer und eine verstärkte Hinterachse erhalten.
  • Die Motorleistung war um 5 PS gesteigert.

Zur Entstehungsgeschichte des Wartburg 311 gibt es unterschiedliche Darstellungen. Weiter lesen...


Wartburg 311 Camping-Limousine

Fahrzeug-Vorstellung
Camping-Szene mit Camping

Wartburg 311 Camping-Limousine
Der Wartburg-Camping ist neben der Limousine die meistverkaufte Version des 311er gewesen.

Die Camping-Limousine entsprach zu ihrer Zeit einer vollkommen neuen Konzeption. Lichtdurchflutete Fenster bis in den Dachbereich, großes Faltverdeck, viel Platz für Familie, Freizeit, Urlaub trafen das neue Lebensgefühl der Kunden.

Im Alltag war der Camping jedoch oft auch der Last-Esel, der Baumaterial für Haus, Garten oder Datsche heranschaffen musste.

Der Wartburg-Camping war damit für seine Eigner der alltägliche Wegbegleiter und begründete den Erfolg von variablen Kombis, die bis heute im Straßenverkehr erfolgreich sind.

Die Technik des Camping entspricht weitgehend der Limousine, im Gegensatz zum Wartburg-Kombi hatte der Camping keine abweichende Getriebe-Übersetzung, keine veränderte Hinterachse.

Die Karosserien des Camping wurden im VEB Karosseriewerk Dresden (KWD) (Vormals Gläser) gefertigt. Weiter lesen...


Der Wartburg Sport 313

Fahrzeug-Vorstellung
Wartburg Sport (313)

Der Wartburg Sport 313
Bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt, als sich "Normalsterbliche" eher keinen Sportwagen leisten konnten, entstand beim VEB Automobilwerk Eisenach (AWE) der Wartburg Sport 313/1. Das Auto wurde auf der Leipziger Messe im Frühjahr 1957 vorgestellt.

Das flache Sport Cabriolet hatte ein abnehmbares Hardtop aus Stahlblech. Ein Faltverdeck war gegen Aufpreis erhältlich. Für seine Unterbringung im geöffneten Zustand war auf die beiden Not-Sitze zu verzichten, wodurch der 313 zu einem echten 2-Sitzer wurde.

Die lang gezogene Motorhaube und seitliche Dekorationen im Stil zusätzlicher Motor-Lüftungen (ohne Funktion) waren ein "Hingucker". Das Heck wird von einem dezenten 'S' geziert, für 'Sport'.

Der Wartburg 313 hatte erstmals das Kühlergitter erhalten, das später in dieser Art auch die anderen Wartburg-Fahrzeuge zieren sollte. Zunächst war der Wartburg-Sport jedoch einzigartig.

Der Wartburg-Sport begeisterte mit seiner Linienführung das Fachpublikum im In- und Ausland.

Das Fahrzeug war eine Eigenentwicklung aus Eisenach und basierte auf dem nur geringfügig modifizierten Fahrgestell des Wartburg 311. Obwohl Radstand und Haupt-Abmessungen weitgehend dem Wartburg 311 entsprachen, war doch die Motorhaube wesentlich länger. Man hatte einen Trick angewendet und den Bereich zwischen Frontscheibe und Haube deutlich verbreitert. Dadurch konnte für die optisch so deutlich länger erscheinende Haube doch das gleiche Bauteil verwendet werden, wie es auch beim 311 verwendet wird.

Der Motor des Wartburg-Sport stammte ebenfalls aus dem Wartburg, hatte jedoch eine Doppel-Vergaseranlage mit getrennten Ölsieb-Luftfiltern erhalten. Auf diese geänderte Ansauganlage ist das sonore Geräusch des 313 zurückzuführen. Außerdem war das Verdichtungsverhältnis des Motor etwas erhöht worden.

Diese Modifikationen, die sich bereits beim Rallye-Sport bewährt hatten, verliehen dem Wartburg-Sport eine Leistung von 50 PS. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h war der 313 damals eines der schnellsten Autos der DDR. Weiter lesen...


Der Wartburg 312

Fahrzeug-Vorstellung
Wartburg 312 Camping

Der Wartburg 312
Der Wartburg 312 war ein Übergangsmodell. Er war bereits mit dem neuen Fahrwerk (des zukünftigen 353er) ausgerüstet, behielt jedoch die klassisch-rundliche Karosserie des Wartburg 311.

Hinweis bzw. Definition:
Kurzzeitig wurde der Wartburg mit dem 1000er Motor als "312" bezeichnet. Es kann daher zu Verwirrungen kommen. Im Allgemeinen hat sich jedoch die Baureihenbezeichnung eingebürgert, die den 312 mit dem neuen Fahrwerk und den ungewohnt kleinen 13"-Rädern (diese verlieren sich etwas in den großen vorderen Kotflügeln) bezeichnet.

Der Modell-Wechsel erfolgte zum 1. September 1965. Der Wartburg 312 verfügt über eine vollständig neue Rahmenkonstruktion, geänderte Motor- und Getriebeaufhängung, Einzelradaufhängung mit Schraubenfedern vorn und hinten, Vorderachse mit Querlenker oben und unten, Felgen 13". Der Vorderradantrieb erfolgt über veränderte Doppelgelenkwellen (radseitig) und Dreifingergelenke (getriebeseitig).

Der wesentliche Vorteil des neuen Fahrwerkes waren deutlich verlängerte Wartungs-Intervalle. Das klassische Lenkrad wurde durch eine modernere Version mit vergrößerter Prallfläche ersetzt.

Bereits im Vorfeld der Änderung waren Karosserie-Teile des Wartburg 311 (z. B. die Innen-Kotflügel) für die zukünftige Verwendung des neuen Fahrwerkes vorbereitet worden. Teilweise waren die Aussparungen für die Federbeine nur geprägt, zuletzt jedoch bereits gestanzt und mit einem Blech verschlossen. Weiter lesen...